Lasst uns auf den Weg machen – Zum Stand der Wirtschaftsreformen in Kuba

Mit den auch für Kuba einschneidenden Veränderungen der Weltwirtschaftsordnung in den Jahren nach 1989/90 hat die Führung unter Fidel Castro 1991 die „Sonderperiode zu Friedenszeiten“ ausgerufen, als die Sowjetunion als enger Handelspartner und Rohöllieferant für Kuba nicht mehr zur Verfügung stand. Diese Sonderperiode wurde seitdem nicht aufgehoben und erreicht aktuell sogar – im Sommer 2016 – wieder mit Stromabschaltungen und Benzinverknappung einen neuen Höhepunkt.

Für die kubanische Führung unter Raúl Castro seit 2006 stellt sich die ökonomische Situation Kubas derart schwierig dar, dass sie begann, ein Reformprogramm zu entwickeln, das die kommunistische Partei auf dem 6. Parteitag im April 2011 verabschiedet hat. Genannt wurde das Transformations-Vorhaben „Die Aktualisierung des wirtschaftlichen Modells“ („La actualización del modelo economico“). Es enthielt zwei grundlegende Maßnahmenpakete: Zum einen wurden in insgesamt 313 sogenannten Leitlinien (lineamientos) die einzelnen Bereiche Wirtschaft und in Abhängigkeit dazu die Staatsstrukturen reformiert sowie zum anderen eine Kommission zur Umsetzung dieser Richtlinien eingerichtet. Diese ständige Kommission zur Implementierung und Entwicklung der Leitlinien unter Vorsitz des Wirtschaftsministers Marino Murillo (bis Juli 2016) evaluiert, prüft, analysiert und erarbeitet mit ihren 68 Mitgliedern und mit Hilfe von Untergruppen, Vorschläge und Handlungsetappen zu deren Umsetzung der Leitlinien.

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Kuba im Wandel, Graue Reihe Uni Rostock

Das Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften von Prof. Dr. Werz der Universität Rostock hat im Juni 2016 ein Symposium zu „Kuba im Wandel“ veranstaltet. Acht Vortragende waren eingeladen, aus ihrem Bereich und ihren Erfahrungen zum Thema zu referieren.